Diversifikation optimieren

Länderexposure im Depot analysieren

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Die regionale Verteilung eines Portfolios ist ein wesentlicher Faktor für das Gesamtrisiko. Ein zu starkes Übergewicht einzelner Länder oder Regionen führt zu einer Abhängigkeit von deren wirtschaftlicher und politischer Entwicklung. Besonders ausgeprägt ist in deutschen Depots oft ein USA-Bias: Durch die Dominanz amerikanischer Technologieunternehmen in globalen Indizes investieren viele Anleger deutlich mehr in die USA, als es ihrer bewussten Strategie entspricht.

Regionaler Bias: USA und Europa

Globale Aktienindizes wie der MSCI World oder der FTSE All World spiegeln die Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen wider. Da US-Unternehmen einen dominanten Anteil an der globalen Marktkapitalisierung haben, sind diese Indizes zu über 65 Prozent in US-Werten investiert. Wer mehrere solcher Indizes hält, akkumuliert diesen USA-Anteil weiter.

Gleichzeitig haben viele deutsche Anleger einen Home Bias: Sie halten überproportional viele deutsche oder europäische Aktien, weil ihnen diese Unternehmen vertraut sind. Das führt zu einer regionalen Konzentration, die in bestimmten Marktphasen nachteilig sein kann.

Regionen im Depot und ihre Risikocharakteristika

  • Europa: politische Stabilität, aber geringes Wachstum verglichen mit USA
  • Nordamerika (USA/Kanada): starkes Wachstum, hohe Techkonzentration
  • Japan: geringe Korrelation zu anderen Märkten, demografische Herausforderungen
  • Schwellenländer Asien: hohes Wachstumspotenzial, politische und Währungsrisiken
  • Schwellenländer allgemein: höhere Volatilität, attraktive Bewertungen
  • Lateinamerika/Afrika: sehr hohes Risiko, geringe Liquidität der Einzelmärkte

Wie Sie das Länderexposure Ihres Depots optimieren

Eine bewusste regionale Allokation beginnt mit der Frage, welche Exposition Sie tatsächlich haben. Der Depot Risk Check analysiert die Regionsverteilung jeder einzelnen Position und zeigt das aggregierte Länderexposure des Gesamtportfolios. So sehen Sie auf einen Blick, wie viel Prozent des Depots in welcher Region investiert ist.

Auf Basis dieser Analyse können Sie gezielt umschichten, etwa durch Beimischung von Schwellenländer-ETFs, europäischen Dividendenwerten oder japanischen Indizes, um eine ausgeglichenere regionale Verteilung zu erreichen.

Häufige Fragen

Wie viel USA-Anteil ist normal und akzeptabel?

Ein globaler Aktienindex hat typischerweise 60 bis 70 Prozent US-Anteil. Ob das für Ihr Portfolio angemessen ist, hängt von Ihrer Strategie ab. Viele institutionelle Anleger begrenzen den USA-Anteil bewusst auf 40 bis 50 Prozent, um das Klumpenrisiko zu reduzieren.

Was ist der Home Bias und wie wirkt er sich aus?

Der Home Bias bezeichnet die Tendenz von Anlegern, überproportional in heimische oder vertraute Märkte zu investieren. Deutsche Anleger halten oft zu viele DAX-Werte oder deutsche Mittelständler. Das erhöht die Abhängigkeit von der deutschen Konjunktur und reduziert den Diversifikationseffekt.

Wie berücksichtige ich Währungsrisiken bei der Regionsverteilung?

Investitionen in nicht-europäische Märkte gehen in der Regel mit einem Fremdwährungsrisiko einher. US-Aktien in USD, japanische Aktien in JPY. Starke Währungsschwankungen können die Aktienrendite erheblich beeinflussen. Bei einem hohen Fremdwährungsanteil sollte eine Währungsabsicherung erwogen werden.

Bietet geografische Diversifikation Schutz in Krisen?

In globalen Krisen wie 2008/2009 oder 2020 waren die Korrelationen zwischen den weltweiten Aktienmärkten sehr hoch, der Diversifikationseffekt also gering. Echten Schutz bieten in solchen Phasen eher Assetklassen-Diversifikation (Anleihen, Gold, Cash) als geografische Streuung.

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