Depot Risk Check
Duration einfach erklärt: Anleihen und Zinsrisiko
Duration einfach erklärt:
Duration ist einer der wenigen technischen Begriffe aus dem Anleihebereich, den wir in unserer Beratungspraxis bei Wealth Partners Tegernsee wirklich für jeden Anleiheanleger als Pflichtbegriff betrachten. Sie beschreibt, wie empfindlich eine Anleihe oder ein Anleiheportfolio auf Zinsänderungen reagiert – und gibt damit an, wie groß die Kursverluste bei steigenden Zinsen sein können. Wer das nicht versteht, navigiert im Anleihebereich ohne Risikokarte.
Macaulay Duration versus modifizierte Duration
Die Macaulay Duration ist der gewichtete Durchschnitt der Zeit bis zum Erhalt aller Zahlungsströme einer Anleihe. Sie wird in Jahren ausgedrückt. Eine Nullkuponanleihe, die nur am Ende der Laufzeit eine Zahlung leistet, hat eine Duration, die genau ihrer Restlaufzeit entspricht. Eine Anleihe mit regelmäßigen Kuponzahlungen hat eine kürzere Duration als ihre Restlaufzeit.
Die modifizierte Duration ist die praktisch relevantere Kennzahl: Sie zeigt direkt, um wie viel Prozent sich der Kurs einer Anleihe bei einem Anstieg der Rendite um einen Prozentpunkt verändert. Bei einer modifizierten Duration von 7 verliert die Anleihe bei einem Zinsanstieg um einen Prozentpunkt etwa 7 Prozent ihres Wertes.
Eine fundierte Basis für das Thema Duration einfach erklärt ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Aus unserer Beratungspraxis
In unserer Beratung nutzen wir die Duration als erstes Gesprächsstück: Ein Anleiheportfolio mit einer Durchschnittsduration von sieben Jahren verliert bei einem Zinsanstieg von einem Prozentpunkt rund sieben Prozent an Wert – auf dem Papier, nicht erst bei Verkauf. Das haben viele Mandanten 2022 schmerzhaft erfahren. Wer die Duration seines Anleihedepots kennt, kann das Zinsrisiko aktiv steuern.
Beispiele für typische Durationen
- 3-monatige Staatsanleihe: Duration ca. 0,25 Jahre
- 2-jährige Bundesanleihe: Duration ca. 1,9 Jahre
- 5-jährige Unternehmensanleihe: Duration ca. 4,2 bis 4,8 Jahre
- 10-jährige Bundesanleihe: Duration ca. 7 bis 9 Jahre
- 30-jährige Bundesanleihe: Duration ca. 14 bis 18 Jahre
- Anleihen-ETF kurze Laufzeiten: Duration ca. 1 bis 3 Jahre
- Anleihen-ETF lange Laufzeiten: Duration ca. 8 bis 12 Jahre
Duration und Portfolio-Steuerung
Wer das Zinsrisiko seines Anleiheportfolios reduzieren möchte, sollte die durchschnittliche Duration senken. Das gelingt durch den Wechsel von langfristigen zu kurzfristigen Anleihen oder Anleihen-ETFs. Umgekehrt ermöglicht eine hohe Duration, von sinkenden Zinsen stärker zu profitieren.
Professionelle Portfoliomanager steuern die Duration aktiv als Reaktion auf Zinserwartungen. Für Privatanleger ist eine Duration, die zum Anlagehorizont passt, die einfachste Strategie: Wer das Kapital in fünf Jahren benötigt, sollte die Duration seines Anleiheportfolios auf etwa fünf Jahre begrenzen.
Unser Tipp
Wissen Sie, wie sensitiv Ihr Anleihedepot auf Zinsänderungen reagiert? Der Depot Risk Check berechnet das Zinsrisiko Ihres Portfolios automatisch.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Duration meines Anleiheportfolios?
Warum ist die Duration kürzer als die Restlaufzeit?
Was bedeutet Konvexität im Zusammenhang mit Duration?
Gibt es ETFs mit sehr kurzer Duration für konservative Anleger?
Depot jetzt professionell analysieren
Der Depot Risk Check berechnet Volatilitaet, maximalen Drawdown, Klumpenrisiken und das Waehrungsrisiko Ihres Portfolios. Keine Anmeldung erforderlich.
Depot jetzt analysierenHinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wir übernehmen für mögliche Verluste keine Haftung und werden auch an etwaigen Gewinnen nicht beteiligt. Bitte treffen Sie Anlageentscheidungen immer auf Basis individueller Beratung.