Anleiherisiken

Duration einfach erklärt: Anleihen und Zinsrisiko

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Duration ist das zentrale Maß für die Zinssensitivität einer Anleihe oder eines Anleiheportfolios. Sie gibt in Jahren an, wie lange es im Durchschnitt dauert, bis ein Anleger alle Cashflows einer Anleihe (Kupons und Rückzahlung) erhalten hat. Die Duration ist gleichzeitig ein direktes Maß dafür, wie stark der Kurs einer Anleihe auf eine Zinsänderung reagiert: Je höher die Duration, desto größer die Kursbewegung bei einer Zinsänderung.

Macaulay Duration versus modifizierte Duration

Die Macaulay Duration ist der gewichtete Durchschnitt der Zeit bis zum Erhalt aller Zahlungsströme einer Anleihe. Sie wird in Jahren ausgedrückt. Eine Nullkuponanleihe, die nur am Ende der Laufzeit eine Zahlung leistet, hat eine Duration, die genau ihrer Restlaufzeit entspricht. Eine Anleihe mit regelmäßigen Kuponzahlungen hat eine kürzere Duration als ihre Restlaufzeit.

Die modifizierte Duration ist die praktisch relevantere Kennzahl: Sie zeigt direkt, um wie viel Prozent sich der Kurs einer Anleihe bei einem Anstieg der Rendite um einen Prozentpunkt verändert. Bei einer modifizierten Duration von 7 verliert die Anleihe bei einem Zinsanstieg um einen Prozentpunkt etwa 7 Prozent ihres Wertes.

Beispiele für typische Durationen

  • 3-monatige Staatsanleihe: Duration ca. 0,25 Jahre
  • 2-jährige Bundesanleihe: Duration ca. 1,9 Jahre
  • 5-jährige Unternehmensanleihe: Duration ca. 4,2 bis 4,8 Jahre
  • 10-jährige Bundesanleihe: Duration ca. 7 bis 9 Jahre
  • 30-jährige Bundesanleihe: Duration ca. 14 bis 18 Jahre
  • Anleihen-ETF kurze Laufzeiten: Duration ca. 1 bis 3 Jahre
  • Anleihen-ETF lange Laufzeiten: Duration ca. 8 bis 12 Jahre

Duration und Portfolio-Steuerung

Wer das Zinsrisiko seines Anleiheportfolios reduzieren möchte, sollte die durchschnittliche Duration senken. Das gelingt durch den Wechsel von langfristigen zu kurzfristigen Anleihen oder Anleihen-ETFs. Umgekehrt ermöglicht eine hohe Duration, von sinkenden Zinsen stärker zu profitieren.

Professionelle Portfoliomanager steuern die Duration aktiv als Reaktion auf Zinserwartungen. Für Privatanleger ist eine Duration, die zum Anlagehorizont passt, die einfachste Strategie: Wer das Kapital in fünf Jahren benötigt, sollte die Duration seines Anleiheportfolios auf etwa fünf Jahre begrenzen.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Duration meines Anleiheportfolios?

Die Duration eines Portfolios ergibt sich als gewichtetes Mittel der Durationen der enthaltenen Anleihen, gewichtet nach ihrem Anteil am Gesamtportfolio. Die Durationen einzelner Anleihen und Anleihen-ETFs werden von Emittenten und Datenanbietern veröffentlicht.

Warum ist die Duration kürzer als die Restlaufzeit?

Eine Anleihe mit Kupons zahlt bereits während der Laufzeit Geld aus. Der Anleger erhält also nicht erst am Ende alle Zahlungen, sondern fortlaufend Zinsen. Diese vorzeitigen Zahlungsströme reduzieren die gewichtete durchschnittliche Wartezeit auf das Kapital, also die Duration.

Was bedeutet Konvexität im Zusammenhang mit Duration?

Duration ist eine lineare Näherung für die Kursreaktion auf Zinsänderungen. Bei großen Zinsänderungen liefert die Duration eine Schätzung mit zunehmendem Fehler. Konvexität korrigiert diesen Fehler: Eine hohe Konvexität bedeutet, dass die Anleihe bei Zinsanstiegen weniger verliert und bei Zinsrückgängen mehr gewinnt, als die Duration allein suggerieret.

Gibt es ETFs mit sehr kurzer Duration für konservative Anleger?

Ja. Geldmarkt-ETFs haben Durationen von unter einem Jahr und sind sehr zinsstabil. Kurzlaufende Anleihen-ETFs mit einer Restlaufzeit von ein bis drei Jahren bieten etwas mehr Rendite bei weiterhin geringer Zinssensitivität. Sie sind besonders für konservative Anleger oder als Liquiditätspuffer im Portfolio geeignet.

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