Anleiherisiken

Anleihe ETF Risikoanalyse: Was Anleger beachten müssen

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Anleihe ETFs sind ein beliebtes Instrument zur Risikostreuung in gemischten Portfolios. Sie bieten einfachen Zugang zu breit diversifizierten Anleiheportfolios zu niedrigen Kosten. Doch Anleihe ETFs sind keine risikolosen Instrumente. Zinsrisiko, Bonitätsrisiko und Durationsrisiko sind in jedem Anleihe ETF enthalten und müssen verstanden werden, bevor man entscheidet, welches Produkt in das eigene Depot passt.

Welche Risiken stecken in Anleihe ETFs?

Das Zinsrisiko ist bei Anleihe ETFs besonders wichtig, da der ETF kein festes Fälligkeitsdatum hat. Einzelanleihen verlieren bei steigenden Zinsen zwar ebenfalls an Wert, zahlen aber am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück. Ein ETF dagegen rollt die Positionen ständig um und trägt das Zinsrisiko dauerhaft.

Das Bonitätsrisiko hängt von der Zusammensetzung des ETF ab. Ein ETF auf Staatsanleihen mit AAA-Rating ist praktisch frei von Kreditrisiken, während ein High-Yield-Unternehmensanleihen-ETF in einer Rezession erhebliche Kursverluste durch steigende Ausfallraten verzeichnen kann.

Wichtige Kategorien von Anleihe ETFs

  • Kurzlaufende Staatsanleihen (0-3 Jahre): sehr geringes Zinsrisiko, sehr geringes Kreditrisiko
  • Mittellaufende Staatsanleihen (3-7 Jahre): mittleres Zinsrisiko
  • Langlaufende Staatsanleihen (über 7 Jahre): hohes Zinsrisiko
  • Investment Grade Unternehmensanleihen: mittleres Kreditrisiko, mittleres Zinsrisiko
  • High Yield Unternehmensanleihen: hohes Kreditrisiko, mittleres Zinsrisiko
  • Emerging Market Bonds Hartwährung: mittleres Kredit- und Zinsrisiko
  • Inflationsindexierte Anleihen (TIPS/Linker): Schutz gegen Inflation, aber Zinsrisiko

Den richtigen Anleihe ETF für Ihr Depot auswählen

Die Auswahl des richtigen Anleihe ETF hängt primär von drei Faktoren ab: dem gewünschten Risikoniveau, dem Anlagehorizont und der Funktion der Anleihekomponente im Portfolio. Soll der Anleihe ETF als sicherer Hafen in Krisen dienen, sind kurzlaufende Investment-Grade-Staatsanleihen sinnvoll. Soll er die Rendite des Portfolios erhöhen, kommen Investment-Grade-Unternehmensanleihen oder vorsichtig beigemischte High-Yield-ETFs in Betracht.

Der Depot Risk Check klassifiziert Anleihe ETFs nach Assetklasse und zeigt ihren Beitrag zur Gesamtrisikostruktur des Portfolios.

Häufige Fragen

Verliert ein Anleihe ETF immer Geld wenn die Zinsen steigen?

Bei steigenden Zinsen fallen die Kurse der enthaltenen Anleihen, was zu Verlusten im ETF führt. Gleichzeitig steigen die Renditen der neu erworbenen Anleihen, sodass der laufende Ertrag des ETF zunimmt. Auf lange Sicht holen Anleger Verluste durch höhere Zinserträge wieder auf, je kürzer die Duration, desto schneller.

Ist ein Anleihen ETF besser als ein Tagesgeldkonto?

Das hängt von Ihren Zielen ab. Tagesgeld ist wertbeständig und liquide, aber die Rendite hängt von Zentralbankentscheidungen ab und kann schnell sinken. Ein kurzlaufender Anleihen ETF bietet etwas höhere Renditen, unterliegt aber geringen Kursschwankungen. Für längere Anlagehorizonte können Anleihen ETFs überlegen sein.

Wie finde ich heraus, welche Duration mein Anleihen ETF hat?

Die modifizierte Duration wird von ETF-Anbietern in den Produktinformationsblättern (KID/KIID) und auf der ETF-Anbieter-Website veröffentlicht. Finanzinformationsdienste wie JustETF oder Morningstar zeigen ebenfalls die Duration für die meisten Anleihen ETFs.

Können Anleihen ETFs auch Verluste über längere Zeiträume haben?

Ja. Im Zeitraum 2022 bis 2023 haben Anleihen ETFs mit langer Duration, also solche auf 10-jährige oder länger laufende Anleihen, Verluste von 15 bis 30 Prozent verzeichnet. Das war die stärkste Anleihe-Korrektur seit Jahrzehnten, ausgelöst durch den rasanten Zinsanstieg der Notenbanken.

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Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wir übernehmen für mögliche Verluste keine Haftung – und werden auch an etwaigen Gewinnen nicht beteiligt. Bitte treffen Sie Anlageentscheidungen immer auf Basis individueller Beratung.