Währungs- und Strukturrisiken

Währungsrisiko im Depot: Analyse und Steuerung

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Wer in Aktien, Anleihen oder ETFs aus dem Nicht-Euro-Raum investiert, trägt automatisch ein Währungsrisiko. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, schmelzen die Gewinne amerikanischer Aktien für europäische Anleger dahin. Fällt der Euro, erhöht das die Rendite, ohne dass die Aktien selbst gestiegen sind. Währungsschwankungen können die Rendite eines internationalen Portfolios erheblich beeinflussen, in beide Richtungen.

Wie Währungsrisiko entsteht und wirkt

Jede Investition in ein Wertpapier, das nicht in Euro notiert ist, erzeugt ein Währungsrisiko. US-Aktien notieren in Dollar, japanische in Yen, britische in Pfund. Wenn Sie diese Wertpapiere kaufen, wandeln Sie Euro in die jeweilige Fremdwährung um, beim Verkauf zurück. Die Wechselkursentwicklung während Ihrer Haltedauer wirkt direkt auf Ihre Euro-Rendite.

Beispiel: Sie kaufen eine US-Aktie bei einem EUR/USD-Kurs von 1,10. Die Aktie steigt um 10 Prozent in Dollar. Wenn der Dollar gleichzeitig um 10 Prozent gegenüber dem Euro fällt (EUR/USD von 1,10 auf 1,21), ist Ihre Euro-Rendite nahe null, trotz des Kursgewinns in Dollar.

Währungsrisiken nach Anlageregion

  • USA (USD): größte Einzelwährungsexposition in globalen Portfolios
  • Japan (JPY): historisch volatile Währung, Safe-Haven-Charakter in Krisen
  • Großbritannien (GBP): politisch beeinflusst, z.B. durch Brexit
  • Schwellenländer: oft stark volatile Währungen, politische Risiken
  • Schweiz (CHF): gilt als sicherer Hafen, kann schnell aufwerten
  • Kanada/Australien (CAD/AUD): rohstoffgebunden, zyklisch
  • Nordisch (SEK/NOK/DKK): gering, in der Regel EUR-nah

Währungsrisiko aktiv steuern

Es gibt verschiedene Strategien zur Steuerung des Währungsrisikos. Währungsgesicherte ETFs (Hedged) eliminieren das Wechselkursrisiko weitgehend durch Termingeschäfte, verursachen aber zusätzliche Kosten. Ungesicherte ETFs behalten das volle Währungsrisiko, profitieren aber auch von einem schwachen Euro.

Der Depot Risk Check berechnet den Fremdwährungsanteil Ihres Portfolios auf Basis aller Positionen und zeigt, welche Währungen wie stark vertreten sind. Bei einem Fremdwährungsanteil über 40 Prozent empfiehlt sich eine bewusste Auseinandersetzung mit der Absicherungsstrategie.

Häufige Fragen

Ab welchem Fremdwährungsanteil wird das Währungsrisiko kritisch?

Als grobe Orientierung gilt: Bis 25 Prozent Fremdwährungsanteil ist das Risiko für ein ausgewogenes Portfolio überschaubar. Zwischen 25 und 40 Prozent sollte eine bewusste Strategie bestehen, darüber hinaus ist eine aktive Auseinandersetzung mit Absicherungsoptionen sinnvoll.

Sollte ich meine US-Aktien oder ETFs währungsgesichert kaufen?

Das hängt von Ihrem Anlagehorizont ab. Langfristig gleichen sich Währungsschwankungen tendenziell aus. Auf kürzere Sicht (unter fünf Jahre) kann die Absicherung sinnvoll sein. Hedged-ETFs sind etwas teurer, bieten aber Kalkulationssicherheit für planbare Ausgaben.

Wie hoch ist das Währungsrisiko in einem MSCI World ETF?

Ein MSCI World ETF ist zu über 65 Prozent in USD-notierten Werten investiert, weitere nennenswerte Währungen sind GBP, JPY und CHF. Der effektive Fremdwährungsanteil liegt bei über 90 Prozent, da selbst der Euro-Anteil durch europäische Aktien gedeckt ist, aber viele europäische Unternehmen global tätig sind.

Beeinflusst der Wechselkurs meine ETF-Rendite wirklich so stark?

Ja, erheblich. Der EUR/USD-Kurs hat in den letzten zwanzig Jahren Schwankungen von über 50 Prozent gezeigt. In Phasen einer starken Euro-Aufwertung können Renditen aus US-Aktien nahezu vollständig aufgezehrt werden. In Phasen einer Euro-Schwäche werden Gewinne aus US-Aktien entsprechend verstärkt.

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