Währungs- und Strukturrisiken
Small Cap Risiko: Was Anleger einkalkulieren müssen
Small Caps, also Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung, werden häufig als Renditebeschleuniger in Portfolios eingesetzt. Der Small-Cap-Effekt, also die historische Tendenz kleinerer Unternehmen zur Outperformance, ist in der akademischen Literatur dokumentiert. Gleichzeitig tragen Small Caps erhöhte Risiken: höhere Volatilität, geringere Liquidität und eine stärkere Konjunktursensitivität als Large Caps.
Risikoprofil von Small Caps im Vergleich zu Large Caps
Small Caps haben historisch eine Volatilität von 20 bis 30 Prozent gezeigt, verglichen mit 14 bis 18 Prozent für globale Large-Cap-Indizes. In Rezessionen fallen Small Caps überproportional: Sie haben weniger finanzielle Reserven, sind stärker von konjunktursensiblen Sektoren abhängig und haben schlechteren Zugang zu günstiger Fremdfinanzierung.
Dazu kommt das Liquiditätsrisiko: Small Caps werden weniger gehandelt als Large Caps. In Stresssituationen können die Geld-Brief-Spannen erheblich steigen, und in extremen Fällen kann der Handel nahezu vollständig zum Erliegen kommen. Das erhöht die Transaktionskosten und erschwert schnelle Portfolioanpassungen.
Vor- und Nachteile von Small Caps im Portfolio
- Vorteil: historische Überrendite gegenüber Large Caps (Small-Cap-Prämie)
- Vorteil: geringe Korrelation zu MSCI World (echter Diversifikationseffekt)
- Vorteil: Zugang zu Wachstumsunternehmen in frühen Phasen
- Nachteil: höhere Volatilität als Large Caps
- Nachteil: in Krisen überproportionale Verluste (Value-at-Risk ist höher)
- Nachteil: höhere Transaktionskosten durch geringere Liquidität
- Nachteil: häufig höhere ETF-Kosten (TER) bei Small-Cap-Produkten
Small Caps richtig dosieren
In professionellen Portfolios werden Small Caps als Satellitenposition gehalten, typischerweise 5 bis 20 Prozent des Aktienanteils. Diese Gewichtung ermöglicht die Partizipation an der Small-Cap-Prämie, ohne das Gesamtrisikoprofil des Portfolios zu stark zu verändern.
Wer in Small Caps investiert, sollte einen langen Anlagehorizont haben, da die Überperformance unregelmäßig auftritt und über kurze Zeiträume erhebliche Underperformance möglich ist. Der Depot Risk Check klassifiziert Positionen nach Marktkapitalisierungsklasse und zeigt den Small-Cap-Anteil im Gesamtportfolio.
Häufige Fragen
Ist der Small-Cap-Effekt noch aktuell?
Wie hoch ist das maximale Verlustrisiko bei Small-Cap-ETFs?
Gibt es steuerliche Besonderheiten bei Small Caps?
Lohnt sich ein dedizierter Small-Cap-ETF oder reicht ein globaler Index?
Depot jetzt professionell analysieren
Der Depot Risk Check berechnet Volatilität, maximalen Drawdown, Klumpenrisiken und das Währungsrisiko Ihres Portfolios. Keine Anmeldung erforderlich.
Depot jetzt analysierenHinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wir übernehmen für mögliche Verluste keine Haftung – und werden auch an etwaigen Gewinnen nicht beteiligt. Bitte treffen Sie Anlageentscheidungen immer auf Basis individueller Beratung.