Diversifikation optimieren

Korrelation im Portfolio verstehen

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Korrelation ist eines der zentralen Konzepte der modernen Portfoliotheorie, wird aber von den meisten Privatanlegern nicht aktiv genutzt. Dabei ist die Korrelation zwischen den Positionen eines Depots entscheidend dafür, wie viel Diversifikationseffekt tatsächlich entsteht. Zwei hochkorrelierte Positionen tragen kaum zur Risikoreduzierung bei, egal wie unterschiedlich ihre Namen klingen.

Was Korrelation bedeutet und wie sie gemessen wird

Der Korrelationskoeffizient gibt an, wie stark sich zwei Positionen gleichläufig bewegen. Er liegt zwischen minus 1 (perfekte negative Korrelation, Positionen bewegen sich immer gegenläufig) und plus 1 (perfekte positive Korrelation, Positionen bewegen sich immer gleichläufig). Ein Wert nahe 0 bedeutet, dass kein systematischer Zusammenhang besteht.

Für die Portfoliooptimierung sind Positionen mit geringer oder negativer Korrelation besonders wertvoll. Sie reduzieren die Portfoliovolatilität, ohne zwingend die erwartete Rendite zu senken. Klassische Beispiele für negativ korrelierende Assetklassen sind Aktien und Staatsanleihen in normalen Marktphasen.

Typische Korrelationen zwischen Assetklassen (langfristig)

  • Globale Aktien und US-Aktien: sehr hoch (0,90 bis 0,98)
  • MSCI World und S&P 500: sehr hoch (0,95+)
  • Aktien und Investment-Grade-Anleihen: gering bis leicht negativ (-0,2 bis 0,2)
  • Aktien und Gold: gering (0,0 bis 0,2), in Krisen oft negativ
  • Aktien und Rohstoffe: mittel (0,2 bis 0,5)
  • Aktien entwickelte Märkte und EM-Aktien: mittel bis hoch (0,6 bis 0,8)
  • Aktien und Immobilien (REITs): mittel bis hoch (0,5 bis 0,7)

Korrelation in der Krise: Der entscheidende Haken

Eine wichtige Eigenschaft von Korrelationen ist, dass sie in Krisenzeiten ansteigen. In normalen Marktphasen diversifizieren verschiedene Aktiensektoren noch gut. In einer globalen Finanzkrise fallen jedoch nahezu alle Aktienmärkte gleichzeitig. Das verringert den Diversifikationseffekt genau dann, wenn er am dringendsten benötigt wird.

Robuste Portfolios berücksichtigen diese Krisendynamik, indem sie auch echte Safe-Haven-Assets halten, deren Korrelation zu Aktien auch in Stressszenarien niedrig bleibt: hochqualitative Staatsanleihen, Gold und ausreichend Cash.

Häufige Fragen

Warum diversifizieren viele ETF-Portfolios nicht wirklich?

Viele beliebte ETFs bilden Indizes ab, die stark miteinander korrelieren. MSCI World, S&P 500, MSCI USA, Nasdaq und FTSE All World haben Korrelationen von 0,9 bis 0,98. Wer diese kombiniert, hält faktisch sehr ähnliche Positionen in größerem Umfang, diversifiziert aber kaum.

Wie finde ich gering korrelierende Anlagen?

Gering korrelierende Assetklassen sind typischerweise: kurzlaufende Staatsanleihen (besonders US-Treasuries), Gold, Rohstoffe und Cash. Innerhalb des Aktienmarkts können Small Caps aus Schwellenländern geringere Korrelationen zu globalen Large-Cap-Indizes aufweisen.

Ändert sich die Korrelation über Zeit?

Ja, Korrelationen sind nicht stabil. Sie können sich durch strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft, Zinsregime-Wechsel oder globale Ereignisse dauerhaft verschieben. Die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen war in den 1970er Jahren positiv, in den 2000er bis 2020er Jahren negativ. Seit dem Zinsanstieg ab 2022 ist sie wieder gestiegen.

Muss ich die Korrelationsmatrix meines Depots selbst berechnen?

Nein. Der Depot Risk Check analysiert die Korrelationsstruktur Ihres Portfolios auf Basis der enthaltenen Assetklassen automatisch. Das Ergebnis zeigt, wie stark die einzelnen Positionen zusammenhängen und wo echter Diversifikationsnutzen entsteht.

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