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MSCI World Risiko: Was Anleger wissen müssen

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Der MSCI World ist das beliebteste Basisinvestment für passive Privatanleger im deutschsprachigen Raum. Er bildet rund 1.500 Unternehmen aus 23 entwickelten Märkten ab und gilt als Synonym für globale Diversifikation. Doch wer die Zusammensetzung des Index genauer betrachtet, findet bemerkenswerte Konzentrationen: geografisch in den USA, auf Sektorebene in der Technologie und auf Einzeltitelebene in einer Handvoll Megacaps.

Die Konzentration im MSCI World

Der MSCI World ist nach Marktkapitalisierung gewichtet. Da US-Unternehmen den globalen Aktienmarkt dominieren, macht der US-Anteil im Index über 65 Prozent aus. Die größten zehn Positionen, allesamt US-amerikanische Technologie- und Konsumkonzerne, vereinen mehr als 20 Prozent des Indexgewichts auf sich.

Das bedeutet: Ein Depot, das ausschließlich im MSCI World investiert ist, hat de facto ein erhebliches Klumpenrisiko in US-Technologiewerten. Apple, Microsoft, NVIDIA, Amazon und Alphabet können gemeinsam für 15 bis 18 Prozent des Depotwerts verantwortlich sein.

MSCI World in Zahlen (Stand: aktueller Index)

  • Länder: 23 entwickelte Märkte, über 60 Prozent USA-Anteil
  • Anzahl Unternehmen: ca. 1.500
  • Top-10-Positionen: ca. 20 bis 25 Prozent des Indexgewichts
  • Technologiesektor: ca. 22 bis 26 Prozent
  • Historischer maximaler Drawdown: ca. 55 Prozent (Finanzkrise 2007-2009)
  • Annualisierte Volatilität (langfristig): ca. 14 bis 18 Prozent
  • Durchschnittliche jährliche Rendite (letzte 30 Jahre): ca. 8 bis 10 Prozent

MSCI World in Krisen: Der historische Drawdown

Trotz seiner breiten Diversifikation hat der MSCI World in globalen Krisen erhebliche Verluste verzeichnet. Im Zuge der Finanzkrise 2007 bis 2009 verlor der Index rund 55 Prozent seines Wertes vom Höchststand. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 bis 2003 waren es rund 45 Prozent.

Diese Zahlen zeigen: Ein reines MSCI-World-Portfolio ist für konservative Anleger oder solche, die in absehbarer Zeit auf ihr Kapital angewiesen sind, möglicherweise zu riskant. Eine Ergänzung durch Anleihen, Gold oder andere risikoärmere Anlageklassen kann das Risikoprofil wesentlich verbessern.

Häufige Fragen

Ist ein MSCI World ETF ausreichend für ein komplettes Portfolio?

Das hängt von Ihrem Risikoprofil und Anlagehorizont ab. Für einen langfristigen Wachstumsinvestor mit einem Horizont von 20 Jahren und hoher Verlusttoleranz kann ein MSCI World ETF ausreichend sein. Für konservativere Anleger oder solche mit kürzerem Horizont kann eine Ergänzung durch Anleihen oder andere risikoärmere Anlagen sinnvoll sein – welche Struktur dabei passt, hängt vom individuellen Risikoprofil ab.

Was passiert mit dem MSCI World bei einem US-Marktcrash?

Da der MSCI World zu über 65 Prozent aus US-Aktien besteht, schlägt ein starker US-Markteinbruch direkt und erheblich auf den MSCI World durch. Ein Rückgang des US-Markts um 30 Prozent würde den MSCI World ceteris paribus um etwa 20 Prozent drücken, ohne Berücksichtigung von Kurseffekten in anderen Märkten.

Wie kann ich den MSCI World um fehlende Regionen ergänzen?

Der FTSE All World beispielsweise kombiniert Industrieländer- und Schwellenländeranteile in einem Produkt. Wer verschiedene Märkte über separate Instrumente abdecken möchte, kann gezielt nach Region und Assetklasse unterscheiden. Welche Gewichtung dabei sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risikoprofil und Anlagehorizont ab.

Wie hoch ist die Volatilität des MSCI World?

Die annualisierte Volatilität des MSCI World liegt langfristig bei etwa 14 bis 18 Prozent, je nach Betrachtungszeitraum. In Krisenzeiten kann sie auf über 30 Prozent steigen. Als Vergleich: Ein Portfolio aus 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen hat typischerweise eine Volatilität von 7 bis 10 Prozent.

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