Friedensplan für die Ukraine, Marktreaktionen und Jahresendrally
Alle Folgen auf Spotify ansehen
Der von den USA angestoßene Friedensrahmen für den Ukraine-Krieg sorgt für diplomatische Bewegung, wirft aber weiterhin die Frage auf, wie realistisch ein baldiges Kriegsende tatsächlich ist. Simon und Christoph ordnen ein, wie Anleihen, Rohstoffe und Aktien auf Friedenshoffnungen reagieren, welches Spannungsfeld zwischen menschlichem Leid und Marktlogik entsteht und was das für eine mögliche Jahresendrally und Anlegerportfolios bedeutet.
Der US-Plan mit Begrenzung der ukrainischen Truppenstärke, Verzicht auf einen NATO-Beitritt und Anerkennung russischer Gebietsgewinne gegen Sanktionslockerungen stößt in Kiew und Europa auf Widerstand, wird durch europäische Gegenangebote flankiert und macht ein Kriegsende zwar prinzipiell wahrscheinlicher, bleibt aber angesichts undurchsichtiger russischer Motive hochgradig unsicher.
Die deutlichen Kursbewegungen bei ukrainischen Staatsanleihen, Emerging Markets, Energiepreisen und Rüstungsaktien sind vor allem Ausdruck eines schnellen Repricings von Risikoaufschlägen durch kurzfristig agierendes „fast money“, sodass Privatanleger besser mit breiter Diversifikation statt mit spekulativen Wetten auf einen konkret terminierten Waffenstillstand fahren.
Kapitalmärkte bewerten nüchtern erwartete Cashflows und nicht moralische Kategorien, weshalb Anleger den belastenden Widerspruch zwischen menschlichem Leid und steigenden Kursen nur aushalten können, indem sie entweder bewusst auf Kapitalmarktengagement verzichten oder ihre Investments nach eigenen ethischen Präferenzen fokussieren – in dem Bewusstsein, dass es kaum völlig konfliktfreie Sektoren gibt.
Die USA verfolgen unter Präsident Trump eine stark auf „Deal-Machen“ ausgerichtete Politik, wollen ihre militärische Belastung begrenzen und Europa zu höherer Eigenverantwortung drängen, während ein Kompromiss mit territorialen Zugeständnissen zwar den Aggressor Russland de facto belohnen und einen heiklen Präzedenzfall schaffen würde, zugleich aber viele Menschenleben retten und die Chance auf eine konstruktivere post-Putin-Ordnung offenhalten könnte.
Für ein ausgewogenes Musterportfolio wären Friedensfortschritte eher ein positives i-Tüpfelchen, während die eigentlichen Treiber einer möglichen Jahresendrally in besseren globalen Konjunkturdaten und einer möglichen Zinssenkung der Fed liegen würden; jetzt reinhören, um Christophs Meinung zu erfahren.
Sie fragen sich, wie sich politische Risiken, Friedensverhandlungen und makroökonomische Faktoren konkret auf Ihr Depot auswirken? Dann holen Sie sich unsere Second Opinion:
Die Inhalte dieses Podcasts sind ausdrücklich keine Anlageempfehlung. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Wir übernehmen für mögliche Verluste keine Haftung – und werden auch an etwaigen Gewinnen nicht beteiligt. Bitte treffen Sie Anlageentscheidungen immer auf Basis individueller Beratung.