Diversifikation optimieren

Diversifikation im Depot optimieren

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Diversifikation ist das Fundament des Risikomanagements im Portfoliomanagement. Doch viele Anleger verwechseln scheinbare Diversifikation mit echter Streuung: Ein Portfolio aus zehn verschiedenen ETFs kann trotzdem zu mehr als 70 Prozent in wenigen Märkten oder Sektoren investiert sein. Echter Diversifikationsnutzen entsteht erst, wenn die einzelnen Positionen gering miteinander korrelieren und tatsächlich verschiedene Risikoquellen abdecken.

Was echte Diversifikation bedeutet

Echte Diversifikation bedeutet nicht, möglichst viele verschiedene Wertpapiere zu halten. Es geht darum, Kapital auf Positionen zu verteilen, die sich in verschiedenen Marktphasen unterschiedlich verhalten. Zwei Aktien-ETFs auf den MSCI World und den S&P 500 sind praktisch identische Investments mit einer Korrelation nahe 1. Sie addieren keine Diversifikation.

Professionelle Portfolios kombinieren Assetklassen mit verschiedenen Risiko- und Renditeprofilen: Aktien unterschiedlicher Regionen und Stile, Anleihen verschiedener Laufzeiten und Bonität, Rohstoffe, Immobilien und gegebenenfalls alternative Anlagen. Erst diese Kombination führt zu echter Streuung.

Dimensionen echter Diversifikation

  • Assetklassen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien, Cash
  • Regionen: Europa, Nordamerika, Asien, Schwellenländer
  • Sektoren: Technologie, Finanzen, Gesundheit, Energie, Konsumgüter
  • Laufzeiten: kurzfristige und langfristige Anleihen mischen
  • Währungen: Euro, USD, GBP, JPY und weitere
  • Unternehmensgröße: Large Caps, Mid Caps, Small Caps
  • Anlagestile: Value, Growth, Dividende

Den Herfindahl-Index als Diversifikationsmaß nutzen

Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) ist das gebräuchlichste quantitative Maß für Portfoliokonzentration. Er ergibt sich aus der Summe der quadrierten Gewichtungsanteile aller Positionen. Ein HHI nahe 0 zeigt maximale Diversifikation, ein HHI von 1 bedeutet vollständige Konzentration in einer einzigen Position.

Der Depot Risk Check berechnet den HHI für Ihr Portfolio und zeigt, auf welchen Ebenen (Position, Sektor, Region, Assetklasse) Konzentration vorhanden ist. So können Sie gezielt dort diversifizieren, wo es tatsächlich wirkt.

Häufige Fragen

Wie viele Positionen brauche ich für ein diversifiziertes Depot?

Die Anzahl der Positionen ist weniger entscheidend als deren Korrelation. Zehn hoch korrelierende Aktien diversifizieren schlechter als drei gering korrelierende Assetklassen. Studien zeigen, dass der Großteil des Diversifikationseffekts bereits mit 15 bis 25 gering korrelierenden Positionen erreicht wird.

Diversifiziert ein MSCI World ETF ausreichend?

Ein MSCI World ETF streut über rund 1.500 Unternehmen in 23 entwickelten Märkten, ist aber zu über 65 Prozent in US-Aktien investiert und enthält einen hohen Technologieanteil. Er diversifiziert gut innerhalb des Aktienmarkts, aber nicht über Assetklassen hinaus. Für ein ausgewogenes Depot ist eine Ergänzung durch Anleihen und andere Assetklassen sinnvoll.

Was ist der Unterschied zwischen Diversifikation und Hedging?

Diversifikation streut das Portfolio über verschiedene Positionen, um das unsystematische Risiko zu reduzieren. Hedging sichert gezielt bestimmte Risiken ab, etwa Währungsrisiken oder Marktrisiken, durch derivative Instrumente. Diversifikation ist passiver, Hedging erfordert aktive Maßnahmen und verursacht Kosten.

Wie messe ich die Qualität der Diversifikation meines Depots?

Gute Maße sind der Herfindahl-Index (Konzentrationsmaß), die Korrelationsmatrix der Positionen und der Diversifikationseffekt im Sinne der Portfoliovolatilität im Vergleich zum gewichteten Mittel der Einzelvolatilitäten. Der Depot Risk Check berechnet diese Maße automatisch.

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