Währungs- und Strukturrisiken
Emerging Markets Risiko: Chancen und Gefahren
Schwellenländerinvestments versprechen höheres Wachstumspotenzial als entwickelte Märkte, tragen aber ein deutlich erhöhtes Risikoniveau. Politische Instabilität, Währungsvolatilität, regulatorische Unsicherheiten und eingeschränkte Marktliquidität sind die wichtigsten Risikofaktoren. Wer Emerging Markets in sein Portfolio aufnimmt, sollte deren besondere Risikocharakteristika kennen und die Gewichtung bewusst steuern.
Besondere Risiken in Schwellenländern
Politisches Risiko ist in vielen Schwellenländern erheblich. Regulatorische Eingriffe können Unternehmen ad hoc mit neuen Auflagen belegen oder bestimmte Sektoren stark einschränken. China hat in den Jahren 2020 bis 2022 gezeigt, wie schnell regulatorische Maßnahmen den Wert von Technologieunternehmen massiv drücken können.
Währungsrisiko ist eine weitere wesentliche Dimension. Viele Schwellenländerwährungen neigen zu starken Abwertungen, besonders in wirtschaftlich schwachen Phasen. Das kann Aktiengewinne für Euro-Anleger vollständig oder mehr als vollständig aufzehren. Anleihen in Lokalwährung tragen dieses Risiko besonders stark.
Risikocharakteristika wichtiger EM-Regionen
- China: hohes Regulierungsrisiko, politische Abhängigkeit von Staatsdiplomatie
- Indien: hohes Wachstumspotenzial, Währungsrisiko (INR), Bewertungen oft hoch
- Brasilien: erhebliches politisches und Währungsrisiko (BRL), rohstofflastig
- Korea und Taiwan: Geopolitisches Risiko (China-Konflikt), Tech-Konzentration
- Osteuropa (ex. EU): erhebliches geopolitisches Risiko
- Südostasien (Thailand, Vietnam): politische Unsicherheiten, Entwicklungsmärkte
- Frontier Markets (Afrika, MENA): sehr hohes Risiko, sehr geringe Liquidität
EM richtig in das Portfolio einbinden
Emerging Markets sollten in einem gut diversifizierten Portfolio als bewusstes Satelliteninvestment betrachtet werden: mit einer klaren Gewichtung, die dem höheren Risiko Rechnung trägt. Typische Gewichtungen in professionellen Portfolios liegen zwischen 5 und 25 Prozent, abhängig von Risikoprofil und Überzeugung des Investors.
Der Depot Risk Check weist EM-Positionen als eigene Regionskategorie aus und zeigt den prozentualen Anteil dieser risikoreicheren Märkte im Gesamtportfolio.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Volatilität von Emerging Markets im Vergleich zu entwickelten Märkten?
Bietet ein MSCI Emerging Markets ETF ausreichende Diversifikation?
Sollten konservative Anleger ganz auf Schwellenländer verzichten?
Was ist der Unterschied zwischen Emerging Markets und Frontier Markets?
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