ETF Risiko

ETF Risiko richtig einschätzen

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Exchange Traded Funds werden häufig mit breiter Diversifikation und überschaubarem Risiko gleichgesetzt. Das greift zu kurz. ETFs können erhebliche Konzentrationsrisiken tragen, und ihre tatsächliche Risikostruktur hängt stark von den enthaltenen Positionen, dem abgebildeten Index und der Replikationsmethode ab. Wer ETFs im Depot hält, sollte deren Risikoprofil genauso sorgfältig analysieren wie Einzelaktien.

Die wichtigsten Risikoarten bei ETFs

Marktrisiko ist bei ETFs unvermeidlich: Der ETF entwickelt sich so, wie der zugrundeliegende Index. Das ist gewollt, bedeutet aber auch, dass ein ETF auf den MSCI World in einem globalen Aktiencrash genauso fällt wie der Markt. ETFs sind kein Schutz gegen Marktrisiken, sie verteilen es lediglich über viele Positionen.

Klumpenrisiko entsteht innerhalb von ETFs durch die Gewichtung nach Marktkapitalisierung: Die größten Unternehmen machen den größten Anteil aus. Im MSCI World sind die Top-10-Positionen für rund 22 bis 25 Prozent des Index verantwortlich. Das ist eine erhebliche Konzentration in wenigen Megacaps.

Risikoarten bei ETF-Portfolios im Überblick

  • Marktrisiko: Der ETF folgt dem Index, auch in Abschwüngen
  • Konzentrationsrisiko: Marktkapitalisierungsgewichtung bevorzugt Megacaps
  • Sektorrisiko: Tech-Übergewicht in globalen Indizes
  • Währungsrisiko: Nicht-Euro-ETFs tragen Wechselkursrisiko
  • Kontrahentenrisiko: Bei synthetischen ETFs durch Swap-Vereinbarungen
  • Tracking-Fehler: ETF weicht leicht vom Index ab
  • Liquiditätsrisiko: Sehr spezielle ETFs können illiquide werden

Wie Sie das Risiko Ihres ETF-Portfolios analysieren

Eine vollständige ETF-Risikoanalyse erfordert die Durchleuchtung jedes ETF nach seinen tatsächlichen Positionen. Erst dann sehen Sie, welche Aktien, Sektoren und Regionen tatsächlich im Portfolio vertreten sind. Der Depot Risk Check analysiert die Assetklassen- und Sektorstruktur Ihrer ETF-Positionen und gibt eine aggregierte Risikoeinschätzung für das Gesamtportfolio.

Wichtig: ETFs werden im Depot Risk Check gesondert ausgewiesen, da ihre innere Zusammensetzung eine eigenständige Risikobewertung erfordert. Sie fließen nicht direkt in die Volatilitäts- und Drawdown-Berechnung ein.

Häufige Fragen

Sind ETFs grundsätzlich sicherer als Einzelaktien?

ETFs streuen das unsystematische Risiko (Einzeltitelrisiko) breit, tragen aber weiterhin das systematische Marktrisiko. Ein globaler Aktien-ETF kann in einer Krise genauso stark fallen wie ein diversifiziertes Einzelaktienportfolio. Der Unterschied liegt in der Risikoart, nicht unbedingt im Ausmaß.

Wie hoch ist der Technologieanteil in einem MSCI World ETF?

Ein MSCI World ETF enthält typischerweise 22 bis 26 Prozent Technologiewerte. Der Anteil schwankt je nach Marktentwicklung. In Phasen starker Tech-Performance kann er deutlich höher steigen. Dazu kommen Technologiewerte in anderen Sektoren, etwa E-Commerce in Konsumgütern.

Was ist der Unterschied zwischen physischen und synthetischen ETFs beim Risiko?

Physische ETFs halten die tatsächlichen Wertpapiere des Index. Synthetische ETFs bilden den Index über Swap-Vereinbarungen mit einer Gegenpartei nach und tragen damit ein Kontrahentenrisiko: Wenn die Gegenpartei ausfällt, kann eine Abweichung von der Indexentwicklung entstehen. Dieses Risiko ist regulatorisch auf 10 Prozent des Fondsvermögens begrenzt.

Wie viele ETFs brauche ich für ein ausreichend diversifiziertes Portfolio?

Die Anzahl der ETFs ist weniger entscheidend als ihre tatsächliche Risikostruktur. Zwei gering korrelierende ETFs (z.B. ein globaler Aktien-ETF und ein Anleihen-ETF) können mehr Diversifikation bieten als zehn hoch korrelierende Aktien-ETFs. Qualität vor Quantität.

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