ETF Risiko
ETF Übergewicht USA: Das versteckte Klumpenrisiko
Wer in einen globalen Aktienindex investiert, hält faktisch zu einem großen Teil US-amerikanische Aktien. Der MSCI World ist zu über 65 Prozent, der S&P 500 zu 100 Prozent in US-Werten investiert. Für viele Anleger bedeutet das: Ihr scheinbar global diversifiziertes ETF-Portfolio ist stark von der Entwicklung des US-Markts und des US-Dollars abhängig. Das ist kein Fehler des Markts, sondern die logische Konsequenz marktkapitalisierungsgewichteter Indizes.
Wie hoch ist der echte USA-Anteil Ihres Depots?
Um den tatsächlichen USA-Anteil eines ETF-Portfolios zu bestimmen, reicht ein Blick auf die ETF-Namen nicht aus. Sie müssen die Ländergewichtung jedes ETF kennen und diese nach dem jeweiligen Portfolioanteil gewichten. Wer zum Beispiel 50 Prozent MSCI World (65 Prozent USA), 30 Prozent S&P 500 (100 Prozent USA) und 20 Prozent MSCI Emerging Markets (0 Prozent USA) hält, hat einen effektiven USA-Anteil von 62,5 Prozent.
Bei Portfolios aus mehreren Aktien-ETFs auf entwickelte Märkte liegt der USA-Anteil häufig bei 60 bis 75 Prozent, ohne dass sich die Anleger dessen bewusst sind.
USA-Anteile bekannter ETF-Indizes
- MSCI World: ca. 65 bis 70 Prozent
- FTSE All World: ca. 60 bis 65 Prozent
- S&P 500: 100 Prozent
- MSCI ACWI: ca. 60 bis 65 Prozent
- Nasdaq 100: 100 Prozent (US-Tech-fokussiert)
- MSCI Emerging Markets: 0 Prozent (kein USA-Anteil)
- MSCI Europe: 0 Prozent (europäische Aktien)
Wann wird das USA-Übergewicht zum Problem?
Solange der US-Markt outperformt, wirkt sich das USA-Übergewicht positiv aus. Die vergangene Dekade, in der US-Technologieaktien dominant waren, hat dieses Konzentrationsrisiko lange unsichtbar gemacht. Doch ein starker Dollar-Rückgang, regulatorische Eingriffe im Tech-Sektor oder eine strukturelle Underperformance des US-Markts würden ein solches Portfolio überproportional treffen.
Der Depot Risk Check berechnet den USA-Anteil Ihres Portfolios auf Basis der Regionsverteilung aller Positionen und zeigt Ihnen, ob eine regionale Überkonzentration vorliegt.
Häufige Fragen
Ist ein hoher USA-Anteil im ETF-Portfolio problematisch?
Wie kann ich den USA-Anteil in meinem Depot reduzieren?
Hat der Wechselkurs zwischen EUR und USD einen Einfluss?
Welche Regionen bieten eine sinnvolle Ergänzung?
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