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Klumpenrisiko erkennen und vermeiden

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Klumpenrisiko ist eine der häufigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Schwachstellen in Privatanleger-Depots. Es entsteht, wenn ein unverhältnismäßig großer Teil des Vermögens von der Entwicklung einer einzelnen Position, eines einzelnen Sektors oder einer einzelnen Region abhängt. Besonders heimtückisch: Klumpenrisiken entstehen häufig unbemerkt, etwa wenn mehrere ETFs dieselben Schwergewichte enthalten.

Drei Arten von Klumpenrisiken

Positionskonzentration entsteht, wenn eine einzelne Aktie oder ein einzelner Fonds mehr als 15 bis 20 Prozent des Depotwertes ausmacht. Ein plötzlicher Kursrückgang dieser Position hat dann eine überproportionale Wirkung auf das Gesamtdepot.

Sektorkonzentration liegt vor, wenn eine Branche zu viel Gewicht hat. Viele Technologieaficionados haben Depots, die zu 40 bis 60 Prozent in Technologiewerten bestehen, häufig ohne sich dessen bewusst zu sein, weil die Positionen über verschiedene ETFs verteilt sind.

Regionale Konzentration ist in deutschen Depots sehr verbreitet: Ein Home Bias (Übergewichtung heimischer Aktien) oder ein USA-Bias durch globale Indizes führen dazu, dass Entwicklungen in bestimmten Märkten überproportional auf das Portfolio durchschlagen.

Warnsignale für Klumpenrisiken

  • Eine Position macht mehr als 15 Prozent des Depotwerts aus
  • Ein einzelner Sektor übersteigt 30 Prozent des Portfolios
  • Mehr als 50 Prozent des Depots in einem Land oder einer Region
  • Mehrere ETFs enthalten dieselben Top-10-Positionen
  • Alle Positionen entwickeln sich bei Marktschwankungen gleichläufig
  • Starke Abhängigkeit vom Ergebnis eines einzelnen Unternehmens

Klumpenrisiken systematisch messen

Die einfachste Methode ist eine Analyse auf Ebene der tatsächlichen Einzelpositionen, also eine Durchleuchtung von ETFs nach ihren tatsächlichen Bestandteilen. Dabei kann sich zeigen, dass Apple, Microsoft und Nvidia in fünf verschiedenen ETFs als Top-Positionen auftauchen und das Portfolio faktisch stark auf diese drei Werte konzentriert ist.

Für die quantitative Messung nutzt der Depot Risk Check den Herfindahl-Hirschman-Index auf drei Ebenen: Einzelpositionen, Sektoren und Regionen. So werden Klumpenrisiken sichtbar, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind.

Häufige Fragen

Ab welchem Anteil ist eine Position ein Klumpenrisiko?

Eine Faustregel lautet: Keine Einzelposition sollte mehr als 10 bis 15 Prozent des Gesamtdepots ausmachen. Bei Sektoren gilt 20 bis 30 Prozent als obere Grenze für ausgewogene Portfolios. Diese Schwellen sind jedoch keine absoluten Wahrheiten, sondern von Risikoprofil und Anlagehorizont abhängig.

Wie erkenne ich versteckte Klumpenrisiken in ETFs?

ETFs sind keine schwarzen Boxen, sondern veröffentlichen ihre Top-Positionen. Wenn Sie mehrere ETFs halten, sollten Sie prüfen, welche Einzeltitel in mehreren ETFs gleichzeitig stark gewichtet sind. Ein MSCI World und ein S&P 500 ETF enthalten beide Apple, Microsoft und NVIDIA als Schwergewichte, was zu erheblichen Überschneidungen führt.

Ist Klumpenrisiko immer schlecht?

Nicht unbedingt. Wenn Sie bewusst auf eine überzeugungsbasierte Übergewichtung setzen und die damit verbundenen Risiken verstehen und tragen können, ist eine gewisse Konzentration akzeptabel. Problematisch wird es, wenn Klumpenrisiken unbewusst entstehen oder das Risiko die Tragfähigkeit des Anlegers übersteigt.

Wie baue ich ein Klumpenrisiko gezielt ab?

Zunächst identifizieren Sie die betroffene Position oder den Sektor. Dann können Sie schrittweise umschichten: Gewinne aus der übergewichteten Position nehmen und in unterrepräsentierte Bereiche investieren. Eine vollständige Auflösung auf einmal kann steuerliche Nachteile haben und sollte gut geplant werden.

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Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wir übernehmen für mögliche Verluste keine Haftung – und werden auch an etwaigen Gewinnen nicht beteiligt. Bitte treffen Sie Anlageentscheidungen immer auf Basis individueller Beratung.