Depot Risk Check

Korrelation im Portfolio verstehen

Korrelation im Portfolio verstehen

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Korrelation im Portfolio:

Korrelation ist das vielleicht am häufigsten missverstandene Konzept in der Portfoliotheorie – das beobachten wir in unserer Beratungspraxis bei Wealth Partners Tegernsee immer wieder. Viele Anleger glauben, ihr Portfolio sei gut diversifiziert, weil sie verschiedene Wertpapiere halten. Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl der Positionen, sondern wie sie sich in Stressphasen zueinander verhalten. Wer nur hochkorrelierte Positionen hält, kauft im Wesentlichen dasselbe Risiko mehrfach.

Was Korrelation bedeutet und wie sie gemessen wird

Der Korrelationskoeffizient gibt an, wie stark sich zwei Positionen gleichläufig bewegen. Er liegt zwischen minus 1 (perfekte negative Korrelation, Positionen bewegen sich immer gegenläufig) und plus 1 (perfekte positive Korrelation, Positionen bewegen sich immer gleichläufig). Ein Wert nahe 0 bedeutet, dass kein systematischer Zusammenhang besteht.

Für die Portfoliooptimierung sind Positionen mit geringer oder negativer Korrelation besonders wertvoll. Sie reduzieren die Portfoliovolatilität, ohne zwingend die erwartete Rendite zu senken. Klassische Beispiele für negativ korrelierende Assetklassen sind Aktien und Staatsanleihen in normalen Marktphasen.

Eine fundierte Basis für das Thema Korrelation im Portfolio ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Aus unserer Beratungspraxis

Ein prägnantes Beispiel aus unserer Praxis: Ein Depot aus zehn verschiedenen ETFs auf US-Aktien, Nasdaq und S&P 500 wirkt diversifiziert – die Korrelationen liegen aber nahe 0,9. In einem Marktabschwung fallen alle gleichzeitig. Echte Diversifikation entsteht durch Positionen mit niedriger oder negativer Korrelation, zum Beispiel durch Beimischung von Anleihen, Gold oder alternativen Strategien.

Typische Korrelationen zwischen Assetklassen (langfristig)

  • Globale Aktien und US-Aktien: sehr hoch (0,90 bis 0,98)
  • MSCI World und S&P 500: sehr hoch (0,95+)
  • Aktien und Investment-Grade-Anleihen: gering bis leicht negativ (-0,2 bis 0,2)
  • Aktien und Gold: gering (0,0 bis 0,2), in Krisen oft negativ
  • Aktien und Rohstoffe: mittel (0,2 bis 0,5)
  • Aktien entwickelte Märkte und EM-Aktien: mittel bis hoch (0,6 bis 0,8)
  • Aktien und Immobilien (REITs): mittel bis hoch (0,5 bis 0,7)

Korrelation in der Krise: Der entscheidende Haken

Eine wichtige Eigenschaft von Korrelationen ist, dass sie in Krisenzeiten ansteigen. In normalen Marktphasen diversifizieren verschiedene Aktiensektoren noch gut. In einer globalen Finanzkrise fallen jedoch nahezu alle Aktienmärkte gleichzeitig. Das verringert den Diversifikationseffekt genau dann, wenn er am dringendsten benötigt wird.

Robuste Portfolios berücksichtigen diese Krisendynamik, indem sie auch echte Safe-Haven-Assets halten, deren Korrelation zu Aktien auch in Stressszenarien niedrig bleibt: hochqualitative Staatsanleihen, Gold und ausreichend Cash.

Unser Tipp

Echte Diversifikation beginnt bei niedrigen Korrelationen. Der Depot Risk Check hilft Ihnen, die Risikostruktur Ihres Portfolios zu verstehen.

Häufige Fragen

Warum diversifizieren viele ETF-Portfolios nicht wirklich?

Bei Wealth Partners Tegernsee erklären wir Mandanten Korrelation gerne anhand konkreter Marktphasen – denn abstrakte Korrelationsmatrizen erzeugen selten das nötige Verständnis für die Portfolioentscheidung. Viele beliebte ETFs bilden Indizes ab, die stark miteinander korrelieren. MSCI World, S&P 500, MSCI USA, Nasdaq und FTSE All World haben Korrelationen von 0,9 bis 0,98. Wer diese kombiniert, hält faktisch sehr ähnliche Positionen in größerem Umfang, diversifiziert aber kaum.

Wie finde ich gering korrelierende Anlagen?

Gering korrelierende Assetklassen sind typischerweise: kurzlaufende Staatsanleihen (besonders US-Treasuries), Gold, Rohstoffe und Cash. Innerhalb des Aktienmarkts können Small Caps aus Schwellenländern geringere Korrelationen zu globalen Large-Cap-Indizes aufweisen.

Ändert sich die Korrelation über Zeit?

Ja, Korrelationen sind nicht stabil. Sie können sich durch strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft, Zinsregime-Wechsel oder globale Ereignisse dauerhaft verschieben. Die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen war in den 1970er Jahren positiv, in den 2000er bis 2020er Jahren negativ. Seit dem Zinsanstieg ab 2022 ist sie wieder gestiegen.

Muss ich die Korrelationsmatrix meines Depots selbst berechnen?

Nein. Der Depot Risk Check analysiert die Korrelationsstruktur Ihres Portfolios auf Basis der enthaltenen Assetklassen automatisch. Das Ergebnis zeigt, wie stark die einzelnen Positionen zusammenhängen und wo echter Diversifikationsnutzen entsteht.

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Der Depot Risk Check berechnet Volatilitaet, maximalen Drawdown, Klumpenrisiken und das Waehrungsrisiko Ihres Portfolios. Keine Anmeldung erforderlich.

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