Währungs- und Strukturrisiken
Liquiditätsrisiko: Was bedeutet das für Ihr Depot?
Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, eine Position nicht schnell oder nur mit erheblichen Kursabschlägen verkaufen zu können. In normalen Marktphasen ist dieses Risiko für börsengehandelte Standardwerte gering. In Krisenzeiten jedoch können auch vermeintlich liquide Märkte austrocknen. Illiquide Anlagen wie Beteiligungen, Immobilienfonds oder bestimmte Anleihen können dann plötzlich zu einem erheblichen Risiko werden.
Arten des Liquiditätsrisikos
Marktliquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Wertpapier nicht zum gewünschten Zeitpunkt und Preis gehandelt werden kann. Small Caps, Frontier Markets oder Nischen-ETFs können ein hohes Marktliquiditätsrisiko haben: In Stresssituationen weiten sich die Geld-Brief-Spannen stark aus, oder es gibt schlicht keinen Käufer.
Funding-Liquiditätsrisiko betrifft Anleger, die Kapital aus dem Portfolio abziehen müssen, etwa für Renteneintritt, Immobilienkauf oder unerwartete Ausgaben. Wer illiquide Anlagen in einem solchen Moment verkaufen muss, erzielt unter Umständen erheblich schlechtere Preise als zum Buchwert.
Liquiditätsprofil verschiedener Anlageklassen
- Staatsanleihen großer Emittenten (DE, US): sehr hohe Liquidität
- Große Aktien (DAX, S&P 500): sehr hohe Liquidität
- Investment Grade Unternehmensanleihen: gute Liquidität, in Krisen reduziert
- High Yield Anleihen: mittlere Liquidität, in Krisen deutlich eingeschränkt
- Small Cap und Micro Cap Aktien: eingeschränkte Liquidität
- Immobilienfonds (offene): täglich kündbar, aber mit Rückgabefristen
- Geschlossene Fonds und Beteiligungen: sehr geringe bis keine Liquidität
Liquiditätsrisiko in der Portfoliogestaltung berücksichtigen
Eine bewährte Praxis ist die Unterscheidung von Kapital nach Liquiditätsbedarf: Kapital, das in den nächsten ein bis zwei Jahren benötigt wird, sollte ausschließlich in sehr liquiden Anlagen gehalten werden. Mittelfristig gebundenes Kapital (drei bis fünf Jahre) kann etwas weniger liquide Anlagen enthalten. Nur echter Langfristhorizont erlaubt illiquide Anlagen.
Eine grobe Faustregel: Mindestens drei bis sechs Monatslöhne in hochliquiden Anlagen oder Tagesgeld halten, unabhängig vom Gesamtdepot. Das stellt sicher, dass kurzfristiger Kapitalbedarf nicht zu erzwungenen Verkäufen führt.
Häufige Fragen
Sind ETFs in Krisen immer sofort verkaufbar?
Warum dürfen offene Immobilienfonds die Rückgabe temporär aussetzen?
Was ist der Bid-Ask-Spread und wie wirkt er sich auf mein Depot aus?
Wie viel Liquidität sollte ein gut strukturiertes Depot halten?
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