Depot Risiko verstehen

Maximaler Drawdown: Bedeutung und Interpretation

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Der maximale Drawdown ist für viele erfahrene Anleger die aussagekräftigste Risikokennzahl überhaupt. Sie gibt an, wie viel Kapital ein Portfolio vom jeweiligen Höchststand bis zum darauffolgenden Tiefpunkt verloren hat, bevor es sich wieder erholt hat. Im Gegensatz zur Volatilität spiegelt der Drawdown die tatsächliche Verlusterfahrung wider, die ein Anleger durchleben musste, und ist damit psychologisch besonders relevant.

Wie der maximale Drawdown berechnet wird

Der maximale Drawdown (Max DD) ergibt sich aus der größten prozentualen Differenz zwischen einem historischen Höchststand und dem darauf folgenden Tiefpunkt des Portfoliowerts. Lag der Höchststand bei 100.000 Euro und der Tiefpunkt bei 60.000 Euro, beträgt der maximale Drawdown 40 Prozent.

Besonders wichtig: Ein Verlust von 40 Prozent erfordert eine Erholung von etwa 67 Prozent, um wieder den ursprünglichen Wert zu erreichen. Je größer der Drawdown, desto schwerer und zeitaufwendiger ist die Erholung. Ein Drawdown von 50 Prozent, wie er bei einem reinen Aktienportfolio in der Finanzkrise 2008/2009 auftreten konnte, erfordert eine Verdopplung des verbliebenen Kapitals.

Typische maximale Drawdowns nach Assetklasse (historisch)

  • Cash und kurzfristige Anleihen: unter 5 Prozent
  • Staatsanleihen (gemischt): 10 bis 20 Prozent
  • Anleihen Schwellenländer: 25 bis 40 Prozent
  • Aktien entwickelte Märkte: 40 bis 55 Prozent
  • Aktien Schwellenländer: 50 bis 65 Prozent
  • Rohstoffe (inkl. Energie): 60 bis 80 Prozent
  • Kryptowährungen: über 80 Prozent

Drawdown und Risikoprofil

Der maximale Drawdown sollte immer im Kontext des persönlichen Risikoprofils bewertet werden. Ein konservativer Anleger, der auf regelmäßige Entnahmen aus dem Depot angewiesen ist, kann einen Drawdown von 40 Prozent kaum verkraften, weil er in der Verlustphase Anteile zu ungünstigen Kursen verkaufen müsste. Ein langfristiger Wachstumsinvestor kann denselben Drawdown aussitzen, wenn der Anlagehorizont lang genug ist.

Der Depot Risk Check berechnet den gewichteten maximalen Drawdown auf Basis der Assetklassenstruktur Ihres Depots und stellt ihn im Kontext Ihres gewählten Risikoprofils dar.

Häufige Fragen

Was ist ein akzeptabler maximaler Drawdown?

Das hängt stark vom Risikoprofil ab. Für ein konservatives Depot gelten Drawdowns unter 15 Prozent als akzeptabel, für ausgewogene Profile bis 30 Prozent, für wachstumsorientierte bis 45 Prozent. Entscheidend ist, ob Sie einen solchen Verlust in einer Krisenphase emotional und finanziell tragen könnten, ohne zum Verkauf gezwungen zu sein.

Unterscheidet sich der Drawdown von der Volatilität?

Ja, deutlich. Volatilität misst die durchschnittliche Schwankung, der Drawdown den tatsächlichen Maximalverlust in einer bestimmten Phase. Ein Portfolio kann eine moderate Volatilität haben, aber trotzdem einen hohen Drawdown erlitten haben, wenn es einen starken, schnellen Einbruch gab.

Welche Portfoliostruktur hat historisch niedrige Drawdowns gezeigt?

Portfolios mit breiter Assetklassen-Diversifikation, also einer Kombination aus Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Cash, haben historisch niedrigere Drawdowns gezeigt als reine Aktienportfolios. Allerdings gehen niedrigere Drawdowns in der Regel auch mit niedrigeren langfristigen Renditen einher.

Wie lange dauert eine Erholung nach einem Drawdown?

Das variiert stark. Nach dem Dotcom-Crash 2000 dauerte die Erholung für globale Aktien bis zu sieben Jahre. Nach dem Crash 2008/2009 etwa drei bis vier Jahre. Nach dem schnellen Corona-Crash 2020 nur wenige Monate. Eine Garantie für die Erholungsdauer gibt es nicht.

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