ETF Risiko
Mehrere ETFs, gleiches Risiko?
Ein verbreiteter Irrtum unter ETF-Anlegern lautet: Je mehr verschiedene ETFs, desto besser die Diversifikation. Das stimmt nur, wenn die ETFs tatsächlich verschiedene Risikocharakteristika und niedrige Korrelationen aufweisen. In der Praxis enthalten viele beliebte ETFs dieselben Schwergewichte, was zu erheblichen Überschneidungen und einem falschen Gefühl der Diversifikation führt.
Das Problem der ETF-Überschneidungen
MSCI World, S&P 500, MSCI USA, FTSE All World und Nasdaq sind vier der beliebtesten ETF-Indices. Alle haben einen US-Anteil von 65 bis 100 Prozent. Apple und Microsoft sind in allen vier Indizes unter den Top-5-Positionen. NVIDIA und Amazon befinden sich in drei der vier Indizes in den Top-10. Ein Anleger, der alle vier ETFs kombiniert, hält faktisch ein stark US-amerikanisches und technologielastiges Portfolio, unabhängig davon, wie unterschiedlich die ETF-Namen klingen.
Die Korrelation zwischen diesen ETFs liegt bei 0,90 bis 0,98. Das bedeutet: Sie entwickeln sich nahezu identisch, sowohl in Hausse-Phasen als auch in Krisen. Der Diversifikationseffekt ist minimal.
ETF-Kombinationen mit hoher versus niedriger Diversifikation
- Geringe Diversifikation: MSCI World + S&P 500 + Nasdaq (Korrelation 0,95+)
- Geringe Diversifikation: MSCI World + MSCI USA + FTSE All World
- Mittlere Diversifikation: Weltaktien + Emerging Markets ETF
- Gute Diversifikation: Aktien-ETF + Anleihen-ETF + Rohstoff-ETF
- Gute Diversifikation: Globale Aktien + EM + Short-duration Bonds
- Maximale Diversifikation: Multi-Asset ETF-Portfolio mit negativ korrelierenden Komponenten
Wie echte ETF-Diversifikation aussieht
Echte Diversifikation durch ETFs erfordert die gezielte Kombination von Produkten mit verschiedenen Risikoquellen. Echte Diversifikation entsteht durch die Kombination verschiedener Assetklassen – globale Aktien, Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten, Rohstoffe oder alternative Anlagen. Fünf Aktien-ETFs auf ähnliche Indizes addieren dabei deutlich weniger Diversifikationsnutzen als wenige gering korrelierende Assetklassen. Welche Instrumente und Gewichtungen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt vom individuellen Risikoprofil ab.
Der Depot Risk Check analysiert die tatsächliche Überschneidung Ihrer ETF-Positionen und zeigt, ob Ihre ETF-Kombination zu echter Diversifikation führt oder ob Sie faktisch dasselbe Portfolio mehrfach halten.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob meine ETFs sich zu stark überschneiden?
Wie viele ETFs sind optimal für ein Portfolio?
Was ist der Unterschied zwischen MSCI World und FTSE All World?
Kann ich mit ETFs wirklich nicht-korrelierte Positionen aufbauen?
Depot jetzt professionell analysieren
Der Depot Risk Check berechnet Volatilität, maximalen Drawdown, Klumpenrisiken und das Währungsrisiko Ihres Portfolios. Keine Anmeldung erforderlich.
Depot jetzt analysierenHinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung dar. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wir übernehmen für mögliche Verluste keine Haftung – und werden auch an etwaigen Gewinnen nicht beteiligt. Bitte treffen Sie Anlageentscheidungen immer auf Basis individueller Beratung.