Depot Risiko verstehen
Risikokennzahlen im Überblick
Professionelle Portfolioanalysen stützen sich auf eine Reihe quantitativer Kennzahlen, die das Risiko eines Depots aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Wer diese Maße versteht, kann die eigene Vermögensstruktur fundierter beurteilen und besser einschätzen, welche Risiken tatsächlich eingegangen werden. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Risikokennzahlen und zeigt, wie sie zu interpretieren sind.
Volatilität: Das Maß für Schwankungen
Die Volatilität misst die durchschnittliche Schwankungsbreite eines Wertpapiers oder eines gesamten Depots über einen definierten Zeitraum. Sie wird als annualisierte Standardabweichung der Renditen ausgedrückt und in Prozent angegeben. Eine Volatilität von 15 Prozent bedeutet, dass der Depotwert in einem Jahr mit etwa 68-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 15 Prozent schwankt.
Aktien haben typischerweise eine Volatilität zwischen 15 und 30 Prozent, Staatsanleihen zwischen 3 und 8 Prozent, Kryptowährungen über 60 Prozent. Die gewichtete Portfoliovolatilität hängt zusätzlich von der Korrelation der einzelnen Positionen ab.
Die sieben zentralen Risikokennzahlen
- Volatilität (annualisiert): Schwankungsbreite des Depots in Prozent
- Maximaler Drawdown: Größter historischer Verlust vom Höchststand
- Sharpe Ratio: Rendite je Risikoeinheit (höher ist besser)
- Herfindahl-Hirschman-Index: Maß für Konzentrationsrisiken
- Value at Risk (VaR): Maximaler Verlust mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit
- Korrelationskoeffizient: Gleichläufigkeit zweier Positionen
- Sortino Ratio: Sharpe Ratio nur auf Basis negativer Abweichungen
Drawdown und Konzentrationsmaße
Der maximale Drawdown zeigt den größten Wertverlust, den ein Portfolio vom jeweiligen Höchststand bis zum darauf folgenden Tiefpunkt erlitten hat. Er ist besonders aussagekräftig, weil er die reale Verlusterfahrung von Anlegern widerspiegelt. Ein Drawdown von 40 Prozent bedeutet, dass das Kapital um mehr als 67 Prozent steigen muss, um wieder den Ausgangswert zu erreichen.
Der Herfindahl-Hirschman-Index misst, wie stark ein Portfolio auf einzelne Positionen oder Assetklassen konzentriert ist. Je höher der Wert, desto stärker die Konzentration und desto größer das Klumpenrisiko.
Häufige Fragen
Was ist eine normale Volatilität für ein ausgewogenes Depot?
Ist eine niedrige Volatilität immer besser?
Was sagt der Herfindahl-Index aus?
Gibt es eine Kennzahl, die alle Risiken auf einmal misst?
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