Anleiherisiken
Staatsanleihen vs. Unternehmensanleihen: Das Risikourteil
Die Wahl zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen ist eine grundlegende Portfolioentscheidung, die Risiko und Rendite unmittelbar beeinflusst. Staatsanleihen von Industrieländern gelten als sehr sicher, bieten aber in Niedrigzinsphasen kaum Ertrag. Unternehmensanleihen zahlen höhere Kupons als Kompensation für das Kreditrisiko, sind aber in Wirtschaftskrisen anfälliger. Beide Kategorien tragen das Zinsrisiko gemeinsam.
Staatsanleihen: Sicherheit mit Einschränkungen
Staatsanleihen von Industrieländern mit hoher Bonität wie Deutschland, USA, Schweiz oder Japan gelten als nahezu ausfallsicher. Sie werden häufig als risikofreie Anlage bezeichnet und dienen als Benchmark für andere Zinsinstrumente. Ihr Nachteil: die Renditen sind niedrig, und sie tragen volles Zinsrisiko.
Staatsanleihen aus Schwellenländern (Emerging Market Bonds) haben ein höheres Kreditrisiko und zusätzlich ein Währungsrisiko, wenn sie nicht in Euro oder Dollar denominiert sind. Ihre höheren Renditen spiegeln diese Risiken wider.
Risikoprofil im Vergleich
- Staatsanleihen Industrieländer: sehr geringes Kreditrisiko, volles Zinsrisiko
- Staatsanleihen EM (Hartwährung): mittleres Kreditrisiko, volles Zinsrisiko
- Staatsanleihen EM (Lokalwährung): mittleres Kredit- plus erhebliches Währungsrisiko
- Unternehmensanleihen Investment Grade: geringes bis mittleres Kreditrisiko, Zinsrisiko
- Unternehmensanleihen High Yield: hohes Kreditrisiko, aber geringere Duration
- Wandelanleihen: Mischprofil aus Anleihe und Aktienoption
- Nachrangige Anleihen (AT1, Tier 2): sehr hohes Kreditrisiko bei Banken
Kombination für ein ausgewogenes Anleiheportfolio
Professionelle Anleiheportfolios kombinieren in der Regel Staatsanleihen mit Investment-Grade-Unternehmensanleihen. Staatsanleihen liefern Stabilität und dienen als Safe Haven in Krisen, Unternehmensanleihen erhöhen die laufende Rendite. High-Yield-Anleihen können beigemischt werden, wenn die Risikotragfähigkeit des Investors es erlaubt.
Die richtige Mischung hängt von Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf und Risikoprofil ab. Im aktuellen Zinsumfeld haben kurzlaufende Investment-Grade-Anleihen an Attraktivität gewonnen, weil sie akzeptable Renditen bei überschaubarem Risiko bieten.
Häufige Fragen
Sind Staatsanleihen wirklich risikolos?
Welche Rendite ist mit Unternehmensanleihen realistisch?
Sollte ich Anleihen direkt kaufen oder über ETFs?
Wie entwickeln sich Unternehmensanleihen in Rezessionen?
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