Währungs- und Strukturrisiken

USD Exposure im Portfolio: Chancen und Risiken

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Der US-Dollar ist die mit Abstand wichtigste Fremdwährung für deutsche Privatanleger. Da globale Aktienindizes zu 60 bis 70 Prozent aus US-Aktien bestehen und viele Rohstoffe in Dollar notieren, tragen die meisten international ausgerichteten Depots ein erhebliches USD-Exposure. Das kann in bestimmten Marktphasen die Rendite erhöhen oder verringern und stellt ein strukturelles Risiko dar, das aktiv gesteuert werden sollte.

Wie hoch ist Ihr tatsächliches USD-Exposure?

Das tatsächliche USD-Exposure eines Portfolios ist oft höher als gedacht. Es umfasst nicht nur direkte US-Aktien und US-Anleihen, sondern auch europäische Unternehmen, die ihren Umsatz überwiegend in Dollar erzielen, sowie Rohstoff-ETCs, die in Dollar notieren. Ein MSCI-World-ETF, der rein auf Eurobasis gehandelt wird, trägt trotzdem das volle USD-Risiko, weil die Aktien dahinter in Dollar bewertet werden.

Der Depot Risk Check analysiert die Währungsstruktur aller Positionen im Portfolio und berechnet den tatsächlichen Fremdwährungsanteil nach Währung aufgeschlüsselt.

Szenarien für EUR/USD-Entwicklungen und ihre Portfolio-Wirkung

  • Starker Dollar (EUR/USD sinkt): US-Aktien werden auf Euro-Basis wertvoller
  • Schwacher Dollar (EUR/USD steigt): US-Aktien verlieren auf Euro-Basis an Wert
  • Parität EUR/USD = 1,00: sehr starke Wirkung auf Portfoliowert bei hohem USD-Anteil
  • Langfristige Dollarstärke: positiv für Euro-Anleger mit US-Exposure
  • Langfristige Dollarschwäche: Rendite aus US-Markt auf Euro-Basis reduziert
  • Hohe USD-Volatilität: erhöht das Gesamtrisiko des Portfolios

Strategien zur Steuerung des USD-Exposures

Wer sein USD-Exposure gezielt reduzieren möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Erstens: Beimischung von EUR-denominierten Assets wie europäischen Aktien, Euro-Unternehmensanleihen oder deutschen Immobilien-REITs. Zweitens: Einsatz währungsgesicherter ETFs (Hedged-Varianten), die das USD-Exposure eliminieren. Drittens: Beimischung von Anlagen in anderen Währungen wie CHF oder JPY, die als sichere Häfen gelten und teilweise negativ mit dem Dollar korrelieren.

Häufige Fragen

Soll ich mein US-Aktienportfolio gegen den Dollar absichern?

Für langfristige Anleger (über zehn Jahre) überwiegt häufig der Vorteil von ungesicherten Positionen: Währungsabsicherung kostet Geld und dämpft die Rendite. Für Anleger mit kürzerem Horizont oder solche, die regelmäßig auf das Kapital angewiesen sind, kann eine partielle Absicherung sinnvoll sein.

Wie entwickelt sich der Dollar in Wirtschaftskrisen?

Historisch hat der US-Dollar in globalen Wirtschaftskrisen tendenziell aufgewertet, weil er als globale Leitwährung und Safe-Haven gilt. Das bedeutet: Ein hohes USD-Exposure kann in Krisenzeiten als Puffer wirken. Allerdings ist das kein verlässliches Muster und hängt von der Art der Krise ab.

Beeinflusst die EZB-Zinspolitik mein USD-Exposure?

Ja, indirekt. Zinsdifferenzen zwischen den USA und der Eurozone beeinflussen den EUR/USD-Kurs. Wenn die Fed höhere Zinsen zahlt als die EZB, wird der Dollar tendenziell attraktiver und wertet auf. Umgekehrt kann eine restriktive EZB-Politik den Euro stärken und das USD-Exposure aus Euro-Sicht verringern.

Wie erkenne ich, ob mein Depot zu viel Dollar-Risiko trägt?

Laden Sie Ihren Depotauszug in den Depot Risk Check hoch. Das System analysiert die Währungsstruktur aller Positionen und zeigt den prozentualen Anteil jeder Währung am Gesamtdepot. Ein USD-Anteil von über 50 Prozent ist ein klares Signal für eine strukturelle Dollar-Abhängigkeit.

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