Depot Risiko verstehen

Volatilität im Depot verstehen

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Volatilität ist eine der zentralen Risikokennzahlen in der Portfolioanalyse. Sie gibt an, wie stark der Wert eines Depots über einen bestimmten Zeitraum schwankt. Ein Depot mit hoher Volatilität kann schnell stark an Wert gewinnen, aber genauso schnell erhebliche Verluste verzeichnen. Wer die Volatilität seines Portfolios kennt, kann besser einschätzen, welche Kursschwankungen in einem ungünstigen Marktumfeld zu erwarten sind.

Wie Volatilität berechnet und interpretiert wird

Die Volatilität wird als annualisierte Standardabweichung der Tagesrenditen berechnet. Eine Aktienvolatilität von 20 Prozent bedeutet, dass der Wert in einem Jahr statistisch gesehen mit etwa zwei Dritteln Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Schwankungsbreite von plus/minus 20 Prozent liegt. In Stressphasen kann die tatsächliche Schwankung die historische Volatilität deutlich übersteigen.

Für ein gesamtes Depot hängt die Volatilität nicht nur von den Einzelpositionen ab, sondern auch von deren Korrelation untereinander. Stark korrelierende Positionen erhöhen die Portfoliovolatilität, während gering korrelierende oder negativ korrelierende Anlagen sie dämpfen.

Typische Volatilitäten nach Assetklasse

  • Cash und Geldmarkt: unter 1 Prozent
  • Staatsanleihen (kurzfristig): 1 bis 4 Prozent
  • Staatsanleihen (langfristig): 5 bis 10 Prozent
  • Mischfonds und ausgewogene Depots: 6 bis 14 Prozent
  • Aktien entwickelte Märkte: 12 bis 22 Prozent
  • Aktien Schwellenländer: 18 bis 28 Prozent
  • Kryptowährungen: 50 bis 80 Prozent

Wie Sie die Volatilität Ihres Depots senken

Die wirksamsten Maßnahmen zur Volatilitätssenkung sind eine breitere Diversifikation über wenig korrelierende Assetklassen, die Beimischung von Anleihen oder alternativen Anlagen sowie die Reduzierung von Klumpenrisiken in einzelnen Positionen oder Sektoren.

Wichtig: Eine sehr niedrige Volatilität ist nicht automatisch erstrebenswert. Sie geht häufig mit niedrigeren Renditeerwartungen einher. Das Ziel sollte eine Volatilität sein, die zum eigenen Risikoprofil und Anlagehorizont passt, nicht eine möglichst niedrige Schwankung um jeden Preis.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Volatilität für ein Depot?

Das hängt vom Anlegerprofil ab. Konservative Anleger streben Volatilitäten unter 8 Prozent an, ausgewogene Profile akzeptieren 8 bis 15 Prozent, wachstumsorientierte Anleger 15 bis 22 Prozent. Entscheidend ist nicht die absolute Höhe, sondern ob sie zur persönlichen Risikotragfähigkeit passt.

Warum steigt die Volatilität in Krisenzeiten?

In Marktstress-Phasen steigt die Unsicherheit der Marktteilnehmer, Handelsumsätze nehmen zu und Korrelationen zwischen verschiedenen Anlageklassen erhöhen sich. Das führt zu stärkeren und schnelleren Kursbewegungen. Historisch war die Volatilität in Krisen wie 2008 oder 2020 mehrfach höher als im Normalmarkt.

Schützt Diversifikation wirklich vor Volatilität?

Diversifikation senkt die Portfoliovolatilität, wenn die enthaltenen Positionen gering miteinander korrelieren. Ein Portfolio aus 20 hoch korrelierten Aktien hat eine ähnliche Volatilität wie ein Einzelwert. Echte Diversifikation entsteht durch die Kombination von Assetklassen mit unterschiedlichen Risikocharakteristika.

Wie berechne ich die Volatilität meines Depots?

Die Portfoliovolatilität ergibt sich aus den gewichteten Volatilitäten der Einzelpositionen und ihrer Korrelationsmatrix. Diese Berechnung ist aufwendig. Der Depot Risk Check führt sie automatisch durch und gibt die Gesamtvolatilität in Prozent aus.

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